JFZ Zernsdorf – Wie geht es denn nun weiter?

Nach dem Tod des langjährigen Jugendclubleiters Basti Pösel erreichten uns natürlich viele Anfragen. Wie? Wer? Wann?

Die Mobilen Jugendarbeiter*innen des Stadtjugendrings übernehmen den vorläufigen Betrieb des Jugendclubs, um in dieser schwierigen Zeit Ansprechpartner*innen für die jungen und junggebliebenen Zernsdorfer*innen zu sein und so etwas ähnliches wie „Normalität“ in den Jugendclub einziehen zu lassen. Während wir noch überlegten, wie wir einen guten Erstkontakt im Sinne der gebotenen Hygienebedingungen schaffen könnten, ohne nur als Nörgler wahrgenommen zu werden, die auf Abstände und Masken hinweisen, macht Covid-19 uns jetzt einen mehr als dicken Strich durch die Rechnung mit stetig steigenden Infektionszahlen.

Um allen Maßgaben gerecht zu werden, haben wir gemeinsam entschieden, den offenen Betrieb im JFZ Zernsdorf vorerst einzustellen und im Zeichen des Maßnahmenkatalogs zu den Umgangsbeschränkungen auch ein aufklärendes und zeitentsprechendes Zeichen zu setzen. Was mitnichten heißt, dass auf dem Gelände des Jugendclubs nun Ruhe einkehrt. Ihr könnt gerne jederzeit vorbeikommen und euch mit euren Sorgen, Nöten und Wünschen an uns wenden. Wir haben auch in Zukunft immer ein offenes Ohr für euch. Egal, in welcher Lebenslage ihr euch grade befindet. Außerdem werden wir die Zeit nutzen, um uns einen Überblick über vorhandene Materialien und Sachstände zu verschaffen, Unterlagen und Mitgliedsanträge für die verschiedenen Projektgruppen zu überarbeiten und neu anzulegen, um die vorhandenen Strukturen möglichst gut und im Sinne von Basti fortzuführen. Auch sind wir dabei, uns Zugänge zu den aus dem Frühjahr vorhandenen Onlinestrukturen zu verschaffen und so kann man bereits zum jetzigen Zeitpunkt unter der Server-IP 85.131.156.218 (Version 1.14.4) auf den Minecraft-Jugendclub zugreifen und uns so einen Besuch abstatten. Auch die Struktur des Discord-Servers im Onlinejugendclub besteht ja bei vielen Besucher*innen sicher noch und kann genutzt werden. An dieser Stelle werden wir gemeinsam mit den Praktikant*innen versuchen, so schnell wie möglich eine Betreuung sicherzustellen, damit ihr auch digital wieder feste Ansprechpartner*innen und Zeiten habt.

Direkt vor Ort haben wir bereits jetzt eine „Kummertröte“ installiert, welche die Kinder in den Öffnungszeiten betätigen können, wenn sie Sorgen und Nöte haben oder einfach jemanden zum Reden benötigen. Schon am ersten Tag wurde von dieser Gebrauch gemacht und mit Abstand und Maske konnten wir mit Rat und Tat zur Seite stehen. Auch der Trauerbereich des Hausbootes wird weiterhin jederzeit zugänglich sein. Zusätzlich wurde ein Ideen-, Wunsch- und Kummerkasten installiert, in welchen die Besucher*innen ihre Wünsche und Ideen für die Zukunft des Jugendfreizeitzentrums in Zernsdorf kund tun können, aber auch jene einen Brief schreiben, welchen der Besuch zur Zeit noch schwer fällt. Gerne beantworten wir die Briefe auch schriftlich, sollte ein*e Absender*in vermerkt sein und/oder ein Antwortwunsch bestehen. In Vorbereitung und Ausblick auf eine schrittweise Öffnung nach teilweiser Rücknahme der Kontaktbeschränkungen, werden wir gemeinsam mit den Praktikant*innen geeignete Formate und Angebote entwickeln und vorbereiten, welche wir vor allem im Außenbereich durchführen können. Auch eine kleine Zukunftswerkstatt ist angedacht, in welcher die Ideen und Wünsche aus unserem Ideenkasten aufgegriffen werden sollen. Ihr seht – Trotz der momentanen „Schließung“ ist weiterhin einiges los in Zernsdorf und der Club verschwindet mitnichten im Winterschlaf.