Ankündigung: Erinnerung der Jugendverbände an die Novemberpogrome von 1938


In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 zerstörten und brannten Nationalsozialisten unter Beteiligung der SS, der SA und auch Teilen der deutschen Bevölkerung 1.400 Synagogen, Betstuben und Versammlungshäuser in Deutschland nieder. Sie zerstörten jüdische Geschäfte, Wohnungen und Friedhöfe. Jüdinnen und Juden wurden brutal misshandelt, verhaftet und getötet. Einige begingen Suizid. Etwa 30.000 jüdische Männer wurden in den Konzentrationslagern Buchenwald, Dachau und Sachsenhausen inhaftiert.
Die Novemberpogrome sind der schicksalhafte Wendepunkt von der anfänglichen diskriminierenden Ausgrenzung hin zur systematischen Verfolgung und schließlich Vernichtung jüdischen Lebens.
Auch nach über 80 Jahren stellen wir uns der Verantwortung, an die Gräueltaten der Nationalsozialisten und ihre Folgen zu erinnern und vor Tyrannei, Pogromen, der systematischen Vernichtung menschlichen Lebens zu mahnen. Es ist unsere Verantwortung, uns der Opfer der Nationalsozialisten immer wieder zu erinnern, ihnen ihre Namen und ihre Geschichte wieder zu geben. Das kommunikative Gedächtnis erlischt nach 80 bis 100 Jahren – das kulturelle prägen wir heute für morgen. Unsere Verantwortung ist es, dafür Sorge zu tragen, dass sich Geschichte nicht wiederholt.

Die Gegenwart zeigt uns, dass wir uns immer wieder an das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte erinnern müssen. Gerade heute mahnt uns die Vergangenheit eindringlich, für unsere demokratischen Werte einzustehen – für Toleranz, Respekt und Freiheit, unabhängig von Herkunft, Glauben, Ansichten oder ethnischer Zugehörigkeit. Die Zunahme von Antisemitismus in Deutschland ist besorgniserregend. Jüdinnen und Juden müssen erneut in Angst im Land der Täter der Shoa leben und sehen sich gezwungen, ihre Identität verstecken zu müssen. Die antisemitischen Vorfälle und Angriffe zeigen sich hierbei nicht nur aus einer politischen Richtung. Insbesondere einige Milieus der in Teilen extremistischen pro-palästinensischen hamassympathisierenden Bewegung rufen zur Intifada auf und zweifeln das Existenzrecht Israels an. Jüdisches Leben muss geschützt werden, egal aus welcher politischen Richtung der Antisemitismus kommt.


Die Jugendverbände LDS freuen sich über jeden Menschen, der sich am kommenden Montag um 15 Uhr mit uns an ehemalige jüdische Königs Wusterhausener Familien erinnern möchte (Standorte bitte dem Bild entnehmen).